Unsere Partnergemeinde

Das volle Geläut der Pfarrkirche St. Georg verkündete die Rückkehr der zweiten Vredener Delegation aus der Partnergemeinde St. Ladislaus in Oradea/ Rumänien. 12 Männer und Frauen hatten sich fünf Tage vorher auf den Weg gemacht und wurden dort mit überwältigender Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen. Viele Begegnungen und Gespräche prägten das Programm der Tage: Gebetskreis, Kirchenchor, Pfarrgemeinderat u.v.m.
 
Dabei konnten die Vredener auch große Kontraste in der dortigen Gesellschaft und Pfarrei spüren. So hat die Stadt schon drei Namen: „Oradea“ ist rumänisch, die dort lebenden Ungarn sagen „Nagyvárad“, die Deutschstämmigen „Großwardein“. Schon dieser Umstand zeigt, wie hier Volksgruppen und damit zugleich verschiedene christliche Konfessionen zusammen leben – zur röm.-kath. Gemeinde St. Ladislaus gehören hauptsächliche Ungarn.
 
Die Delegation erlebte aber auch den Kontrast von Stadt und Land, als sie an einem Tag aus dem 300.000 Bewohner zählenden Oradea mit seiner wunderschönen historischen Altstadt in das kleine Dorf Palota fuhr, wo von den 500 Bewohnern noch 200 Deutsch als Muttersprache hatten.
 
Schließlich zeigten sich im sozialen Bereich große Unterschiede. Wir besuchten kleine und sehr einfach ausgestattete Wohngruppen für Straßenkinder und Behinderte, wo auf der anderen Straßenseite Luxusvillen empor wuchsen. Und mitten in der Stadt lebten Menschen und Familien in einfachsten Verhältnissen in Kellerzimmern oder ohne Wasseranschluss, die von der kirchlichen Caritasgruppe unterstützt wurden.
 

Hilfe aus Vreden angekommen

Die Vredener Delegation konnte sich davon überzeugen, dass das erste geförderte Projekt gut abgeschlossen wurde. Für die im Pfarrhaus wohnenden 25 Studenten sind Dach und sanitäre Anlagen mittlerweile funktional und solide renoviert worden. Als Zeichen des Dankes organisierten die Studenten einen Abend mit ungarischer Folklore, bei dem schnell der Funke übersprang und der mit gemeinsamem Tanz und Gesang ausklang. Auch die Bänke aus der Vredener Marienkirche werden demnächst in zwei Dorfkirchen weiter benutzt.
 

Voneinander lernen

„Partnerschaft soll mehr sein, als nur einseitig Spendengelder weiter leiten. Wir wollen miteinander in Kontakt bleiben und voneinander lernen“, so formulierte der Vredener Missionsausschuss den Grund der Besuche.
Immer wieder wurde die Vredener Delegation auf das ehrenamtliche Engagement in Deutschland angesprochen. Die Kirche in Rumänien ist noch sehr auf die Priester zentriert, die Laien sollen ermutigt werden, sich einzubringen. Deshalb wurden die Vredener nach ihrem Besuch beim Bischof von Oradea interviewt. Der dabei entstandene Film wird demnächst bei einem Treffen auf Bistumsebene als Impuls für die dortigen Ehrenamtlichen gezeigt.
 
Im Gegenzug hörten die Deutschen immer wieder, wie in der Zeit des Kommunismus und in den 25 Jahren danach der Glauben gelebt wurde und wird. Begegnungen, Glaubensgespräche und gemeinsames Gebet haben sich als Stütze erwiesen.