St. Bruno / Lünten

Im Jahre 1756 wurde in diesem noch recht kleinen, bescheidenen Wohngebiet in Gemeinschaftsarbeit eine Kapelle aus selbst gebrannten Backsteinen, den sog. Feldbrandsteinen gebaut. Sie stand dort, wo sich heute das Kriegerehrenmal des Schützenvereins befindet. Lünten hatte damals 495 Einwohner. Diese Kapelle wurde 1756 zur Zeit der Äbtissin von Vreden, Franziska III. von Manderscheidt, gegründet und der Muttergottes und dem hl. Bruno geweiht.

 

In dieser ersten Kapelle durfte mit Genehmigung des Generalvikars Franz Egon von Fürstenberg während der Sommerzeit jeweils sonntags um 6 Uhr und in der Winterzeit um 7 Uhr das hl. Messopfer gefeiert werden. Die Rechte der Stammpfarrei St. Georg Vreden jedoch hatten weiterhin Bestand. So durften in der Kapelle keine Sakramente gespendet werden. Außerdem durften keine Spenden und Almosen in Empfang genommen werden. Und das bedeutete, dass die Lüntener auch in Zukunft zum Empfang der Osterkommunion, bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen den beschwerlichen, zweistündigen Weg nach Vreden in Kauf nehmen mussten.

 

Allein ihrer Sonntagspflicht konnten sie in ihrer neuen Kapelle nachkommen. Mit diesem Missstand mussten die Lüntener dann immerhin bis zum Jahre 1920 leben, als Lünten ein eigener Friedhof zugestanden wurde. Vollkommene Selbständigkeit als Kirchengemeinde erhielt Lünten erst im Jahre 1926 mit der Erhebung zur Rektoratsgemeinde.

 

Die Glocke, die in der heutigen Pfarrkirche neben dem Eingang zur Sakristei angebracht ist, und die spätgotische holzgeschnitzte Madonna stammen noch aus dieser ersten Kapelle. Beide Objekte sind deshalb ehrwürdige Andenken für den Beginn der Kirchengemeinde Lünten. Die Madonna machte im 18. Jahrhundert Lünten zu einem Wallfahrtsort der Marienverehrung vieler Holländer.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts war schließlich die alte Kapelle zu klein geworden, so dass man eine neue und größere Kirche bauen musste. Auf Initiative des damaligen Vikars Wilhelm Lohaus wurde von 1906 bis 1908 der jetzige ältere Teil der Kirche in neogotischem Stile unter Leitung des Diözesanbaumeisters Hilger Hertel d.J. erbaut und im Jahre 1908 von Weihbischof von Galen, der mit dem späteren Bischof Clemens August Graf von Galen nicht identisch ist, feierlich konsekriert. Im Jahre 1964 erfolgte dann nochmals ein Umbau sowie die Chorerweiterung.er kommt der Text..