St. Georg (Pfarrkirche)

Die heutige Pfarrkirche wurde 1954 fertig gestellt, sie steht aber auf (kirchen-)geschichtlich bedeutsamen Grund. Nach dem Bombenangriff am 21. März 1945, der den Vorgängerbau zerstörte, fanden 1949 – 1951 archäologische Ausgrabungen statt. Dabei und in einer Folgegrabung in den Jahren 2001 – 2003 fand man Spuren von 6 Vorgängerkirchen und insgesamt 13 Bauphasen. Die ältesten Fundamente stammen aus dem Jahr 820. Somit reichen die Kirchbauten hier zurück bis in die Frühphase der Missionierung zu Beginn des 9. Jh. Damals gründete ein sächsischer Graf Walbert das hochadelige Damenstift Vreden. Wohl schon seit damals gab es hier am Ort zwei Kirchen nebeneinander.

Als nach einem Brand im frühen 12. Jahrhundert die zentrale Kirche zerstört wurde, wechselten die Stiftsdamen in die benachbarte Felicitaskirche. Demnach wurde St. Georg wohl um diese Zeit zur Pfarrkirche von Vreden.

 

Die Kirchenpatrone:

Eigentlich hat die Kirche ein Doppelpatrozinium, d.h. sie ist der Gottesmutter Maria und dem Hl. Georg geweiht. Über Maria, die Mutter Jesu, erfahren wir vor allem aus die Bibel. Über Georg gibt es viele Berichte: Er wurde im 3. Jahrhundert als Sohn einer vornehmen christlichen Familie in Kappadozien (Kleinasien) geboren. Dann wurde er Soldat und später Offizier im römischen Heer unter Kaiser Diokletian, obwohl dieser die Christen verfolgte. Im Jahr 305 geriet Georg in Lydda (Israel) in Gefangenschaft, als er anderen Christen im Gefängnis helfen wollte. Dort wurde er dann auch hingerichtet. Die bekannteste Legende berichtet, dass Georg mit Gottes Hilfe einen Drachen tötete und so eine ganze Stadt rettete. Wenn man bedenkt, dass der Drache immer ein Symbol für das Böse ist, dann kann man die Legende wie folgt deuten: Als Christ hatte Georg den Mut gefunden, sich gegen das Böse und für das Leben einzusetzen, auch wenn seine Gegner oft übermächtig schienen. So heißt es auch im Refrain des Vredener Georgsliedes: „Du, der das Böse überwand, halt schützend deine starke Hand, Sankt Georg, über Stadt und Land!“

 

Nach einer umfassenden Restaurierung von 1979 – 1989 stellt der Antwerpener Altar von 1520 jetzt wieder den Blickfang der Kirche und den Abschluss des Altarraumes dar

 

  • Der Altaraufsatz (Höhe 4,60m) besitz an den Seiten je zwei Flügel. Er bietet im Laufe des Kirchenjahres jeweils einen verschieden Anblick.
  • Im Advent ist er ganz geschlossen und zeigt auf den Außenseiten Bilder der Kirchenpatrone Maria und Georg.
  • In der Fastenzeit wird er mit dem neuen Vredener Hungertuch aus dem Jahr 1994 verhängt.
  • An Hochfesten ist er ganz geöffnet, so dass man das goldene Schnitzwerk mit seinen über 240 Figuren und Darstellungen der Weihnachts-, Passions- und Osterzeit sehen kann.

Die meiste Zeit im Jahr ist der Altar halb geöffnet und zeigt auf vier großen Tafelgemälden Wunder Jesu aus dem Johannesevangelium. Von links nach rechts: Das Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana, die Brotvermehrung, die Heilung eines Gelähmten und die Auferweckung des Lazarus.

 

Weitere bedeutende Kunstwerke und Glaubenssymbole sind mehrere Apostelfiguren aus der spätgotischen Pfarrkirche, sowie der Taufstein und eine Pietá aus dem 16. Jahrhundert.

 

In der Krypta der Georgskirche sind auf ca. 250 m2 die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen zu besichtigen. Besuche und Führungen sind jedoch nur nach rechtzeitiger vorheriger Anmeldung im Pfarrbüro oder beim Stadtmarketing Vreden möglich.