Kreuz Erhöhung / Ellewick

Dass es mit Vreden und den Bauernschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder aufwärts ging, belegen eine Reihe von Bauten, die in Stadt und Land errichtet wurden, darunter vor allem die Kirchenbauten in Ellewick und Lünten. Bis dahin nutzten die Ellewicker die vom frommen Kanoniker Johann Bernhard Abbing bereits 1678 gestiftete Kapelle. Die alte Kapelle war inzwischen jedoch in einem schlechten Zustand und vermochte auch die wachsende Zahl der Gläubigen nicht mehr zu fassen.
So war es die erste Aufgabe des neuen Geistlichen von Ellewick, Vikar Heinrich Stroband, hier für Abhilfe zu sorgen. Entsprechende Wünsche erreichten schon bald das Generalvikariat in Münster, das sich in einem Brief vom 16.1.1903 an den weiterhin für Ellewick zuständigen Pfarrer von St. Georg, Dechant Tappehorn, damit einverstanden erklärte, die Kapelle zu Ellewick durch Umbau oder durch Neubau der Zahl der Gläubigen entsprechend zu gestalten. Am 25.04.1903 legte der Regierungsbaumeister Hilger Hertel d. J. für den Kirchenbau in Ellewick verschiedene Planzeichnungen, Kostenanschläge, statische Berechnungen und einen Erläuterungsbericht vor. Sein Kostenanschlag schloss mit 20.000 Mark ab. Am 07. August 1903 konnte der Ammeloer Amtmann Fuisting dem Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Vreden mitteilen, dass die Erlaubnis erteilt sei, eine Kapelle neu zu bauen und die alte Kapelle als Küsterwohnung umzunutzen.

Der Erläuterungsbericht des Architekten im Original:
"Der Grundriss zeigt einen Laienraum von 16 m Länge und 10 m Breite = 160 qm Flächenraum. Der Chor ist 6,5 m tief und 6 m breit. Der Turm ist 4,54 zu 4,54 m breit und 33 m hoch. Die Kapelle hat eine Höhe von 10,95 m im Scheitel des Gewölbes. Der Bau ist in Ziegelrohbau mit Zementabdeckung der Strebepfeiler und Fensterbänke gedacht. Als Dachdeckung erhält die Kapelle Pfannen auf Lattung, der Turm Schiefer auf Schalung. Das Gewölbe der Kapelle ist von Holz und zwar im mittleren Teile gewölbt und an den Seiten flach. Der Chor wird massiv überwölbt, der Flur des Chores wird mit Mettlacher Platten belegt, die Gänge der Kapelle erhalten Wasserbilliger Platten, während unter den Bänken Holzfußboden gelegt wird.  [...] Eine Orgelbühne von 2 m Breite und 10 m Länge ist angeordnet. Für die eventuelle Heizung der Kapelle durch einen Ofen ist Vorsorge getroffen.[...]"

Nach einer Ausschreibung erhielt das Bauunternehmen Otto Germann aus Heiden, das am 21. August 1903 ein Angebot über 12.500,68 Mark abgegeben hatte, den Zuschlag für den Rohbau. Noch im Laufe des Jahres 1903 begann man in Ellewick mit dem Bau und war im September bei der Herstellung der Fundamente. Infolge des milden Winters konnte das Gebäude schnell fertig gestellt werden, so dass es am 19.05.1904 durch Pfarrer und Dechant Tappehorn eingeweiht werden konnte.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung der mittlerweile zum Pfarrrektorat ernannten Vikarie Ellewick so rasant an, dass das neue Kirchengebäude schon bald zu klein wurde und an einen Anbau gedacht werden musste. Durch eine Südosterweiterung sah man die Möglichkeit, Platz für die wachsende Gemeinde zu schaffen. Der Architekt Kreytenberg aus Emmerich reichte am 16.02.1937 einen Kostenvoranschlag ein, der sich inklusive einer komplett neuen Dachdeckung auf 22.700 RM belief. Die Einweihung des Erweiterungsbaus nahm der Bischof von Münster, Clemens August von Galen, am 18.11.1937 persönlich vor.

Nach den Kriegsjahren standen auch Reparaturen in der Kirche bzw. Neuanschaffungen an. Der Holzwurm hatte alle Holzteile der Orgel irreparabel befallen. Da zugleich auch der Wunsch bestand, ein neues Geläut anzuschaffen, ließ Pfarrer Schäfers am 26.10.1952 im Saale Sahlmer die Pfarrangehörigen abstimmen, welches Projekt zuerst in Angriff genommen werden sollte. Die Entscheidung fiel zugunsten der Orgel, die bis zum 40-stündigen Gebet 1953 fertig gestellt wurde. Im Jahre 1956 dann wurden insgesamt vier neue Glocken einschl. Armaturen und Glockenstuhl-Umbau bei der Fa. Petit und Edelbrock in Gescher bestellt, hingen bereits am 7. Dezember im Turm und läuteten den Feiertag Mariä Empfängnis ein.