Patronatsfest der Vredener Partnerpfarrei St. Ladislaus in Oradea

Am 30. Juni feiert die Pfarrei St. Ladislaus in Oradea ihr Patronatsfest. 
Seit Bestehen der Gemeindepartnerschaft beten wir – eine Pfarrei für die andere – an den jeweiligen Patronatsfesten füreinander und für ein weiteres gutes Gelingen der Partnerschaft. Im April am Fest des heiligen Georg haben die Christen der St.-Ladislaus-Pfarrei für die Pfarrei St. Georg gebetet, in den Gottesdiensten am 27. Und 28. Juni beten die Vredener Christen in ihren Gottesdiensten für die rumänischen Freunde.

Ladislaus, im elften Jahrhundert König in Ungarn, förderte die Gründung von Kirchen und auch von Klöstern, so zum Beispiel in Somogyvár und Szentjobb - dem heutigen Sâniob in Rumänien, das auch von einer Vredener Delegation vor einigen Jahren in Rumänien bereits besucht wurde. 

 

Kollekte für Oradea

Anlässlich des Patronatfestes in Oradea bittet die Pfarrei St. Georg in den Kollekten um eine Spende für unsere Partnerpfarrei. Die finanzielle Situation ist dort in der Coronakrise wesentlich dramatischer als in Deutschland. Die bei uns gewährten staatlichen Hilfen gibt es dort in dieser Form nicht, und so hat Pfarrer Pék große Probleme, für die Mitarbeiter seiner Pfarrei die Löhne aufzubringen: Küsterdienste, Kantoren, Hausmeister usw. Auch steht der Pfarrhof leer, weil die Studenten während der Schließung der Universität allesamt in ihre Heimatorte gegangen sind. Also: Keine Mieteinnahmen, aber laufende Kosten.

Bitte unterstützen Sie die Partnerpfarrei in dieser kritischen Zeit.

Gemeinde-Partnerschaftsprojekt

„Sozialarbeiterin Elisabeth Tótós in der aufsuchenden Seelsorge“

Mitte 2014 begann Elisabeth Tótós mit ihrer Sozialarbeit in unserer Partnerpfarrei St. Ladislaus in Oradea/Rumänien.
Schon während ihres Studiums war sie engagiert in der Pfarrei und im Bistum, gemeinsam mit den Studenten im Pfarrhof von Pfarrer Sandor Pek.

Nach Ende ihres Studiums begann sie mit dem zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt, in der Pfarrei in Oradea Menschen aufzusuchen, die kaum oder auch gar keinen Kontakt zur Pfarrei hatten, die in gesundheitlicher oder in finanzieller Not waren, die einsam und in mancherlei Hinsicht auf Hilfe angewiesen waren. Sie leistet also aufsuchende Seelsorge, verbunden mit Caritasarbeit. In ihrer Pfarrei arbeitet sie eng mit Esther (Eszter Lakóné Timár) zusammen, die den Caritasausschuss der Pfarrei leitet.

 

Die Arbeit von Elisabeth Tótós wurde in den ersten drei Jahren durch Spenden aus unserer Pfarrei St. Georg finanziert.

Nach einer Unterbrechung durch zwei Schwangerschaften hat Frau Elisabeth ihre Arbeit mit Beginn des Monats März 2018 wieder aufgenommen.
Weil es in Oradea eine recht hohe Fluktuation durch Zuzüge, Umzüge, Sterbefälle usw. gibt, gestaltet sich diese Aufgabe immer wieder neu und mit neuen Personen. Deshalb halten wir von beiden Partnergemeinden her es für wichtig und sinnvoll, dass diese Arbeit in Oradea weitergeführt wird: Wichtig für die Pastoral und Caritas in Oradea, wichtig aber auch als Bestandteil unserer Partnerschaft, die ja auch Hilfen und Unterstützung leisten will.
Elisabeth Tótós wird für ihre Arbeit auch einen Büroplatz erhalten, um ihre Arbeit besser strukturieren zu können. Und sie wird im Bereich der Studenten und auch im Unterricht mit Kindern mitarbeiten. Und: Sie soll den Kontakt mit Vreden halten.

Der Monatslohn für Elisabeth beträgt 410,-- € incl. Steuern und Sozialabgaben.

Wenn Sie mithelfen wollen, diese aufsuchende Pastoral und Caritasarbeit von Elisabeth Tótós zu finanzieren, dann spenden Sie bitte für dieses Anliegen.
Ein Berichtsheft über die bisherige Arbeit von Elisabeth finden Sie in allen Kirchen und den Pfarrheimen Vredens. Die Bankverbindung, über die die Spende nach Oradea weitergeleitet wird, finden Sie auf einem kleinen Infozettel, der neben den Berichtsheften ausliegt.

Jede noch so kleine Spende hilft!                DANKE

Unsere Partnergemeinde

Das volle Geläut der Pfarrkirche St. Georg verkündete die Rückkehr der zweiten Vredener Delegation aus der Partnergemeinde St. Ladislaus in Oradea/ Rumänien. 12 Männer und Frauen hatten sich fünf Tage vorher auf den Weg gemacht und wurden dort mit überwältigender Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen. Viele Begegnungen und Gespräche prägten das Programm der Tage: Gebetskreis, Kirchenchor, Pfarrgemeinderat u.v.m.
 
Dabei konnten die Vredener auch große Kontraste in der dortigen Gesellschaft und Pfarrei spüren. So hat die Stadt schon drei Namen: „Oradea“ ist rumänisch, die dort lebenden Ungarn sagen „Nagyvárad“, die Deutschstämmigen „Großwardein“. Schon dieser Umstand zeigt, wie hier Volksgruppen und damit zugleich verschiedene christliche Konfessionen zusammen leben – zur röm.-kath. Gemeinde St. Ladislaus gehören hauptsächliche Ungarn.
 
Die Delegation erlebte aber auch den Kontrast von Stadt und Land, als sie an einem Tag aus dem 300.000 Bewohner zählenden Oradea mit seiner wunderschönen historischen Altstadt in das kleine Dorf Palota fuhr, wo von den 500 Bewohnern noch 200 Deutsch als Muttersprache hatten.
 
Schließlich zeigten sich im sozialen Bereich große Unterschiede. Wir besuchten kleine und sehr einfach ausgestattete Wohngruppen für Straßenkinder und Behinderte, wo auf der anderen Straßenseite Luxusvillen empor wuchsen. Und mitten in der Stadt lebten Menschen und Familien in einfachsten Verhältnissen in Kellerzimmern oder ohne Wasseranschluss, die von der kirchlichen Caritasgruppe unterstützt wurden.
 

Hilfe aus Vreden angekommen

Die Vredener Delegation konnte sich davon überzeugen, dass das erste geförderte Projekt gut abgeschlossen wurde. Für die im Pfarrhaus wohnenden 25 Studenten sind Dach und sanitäre Anlagen mittlerweile funktional und solide renoviert worden. Als Zeichen des Dankes organisierten die Studenten einen Abend mit ungarischer Folklore, bei dem schnell der Funke übersprang und der mit gemeinsamem Tanz und Gesang ausklang. Auch die Bänke aus der Vredener Marienkirche werden demnächst in zwei Dorfkirchen weiter benutzt.
 

Voneinander lernen

„Partnerschaft soll mehr sein, als nur einseitig Spendengelder weiter leiten. Wir wollen miteinander in Kontakt bleiben und voneinander lernen“, so formulierte der Vredener Missionsausschuss den Grund der Besuche.
Immer wieder wurde die Vredener Delegation auf das ehrenamtliche Engagement in Deutschland angesprochen. Die Kirche in Rumänien ist noch sehr auf die Priester zentriert, die Laien sollen ermutigt werden, sich einzubringen. Deshalb wurden die Vredener nach ihrem Besuch beim Bischof von Oradea interviewt. Der dabei entstandene Film wird demnächst bei einem Treffen auf Bistumsebene als Impuls für die dortigen Ehrenamtlichen gezeigt.
 
Im Gegenzug hörten die Deutschen immer wieder, wie in der Zeit des Kommunismus und in den 25 Jahren danach der Glauben gelebt wurde und wird. Begegnungen, Glaubensgespräche und gemeinsames Gebet haben sich als Stütze erwiesen.